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Zero Trust Security: Das Sicherheitsmodell für moderne IT

·6 Min. Lesezeit

Zero Trust: Vertraue niemandem, überprüfe alles

Das klassische Sicherheitsmodell der IT basiert auf dem Prinzip der **Perimetersicherheit**: Innerhalb des Unternehmensnetzwerks wird Geräten und Nutzern vertraut, außerhalb nicht. In Zeiten von Cloud Computing, Remote Work und mobilen Geräten ist dieses Modell überholt. **Zero Trust** dreht den Ansatz um: Kein Gerät, kein Nutzer und kein Dienst wird automatisch als vertrauenswürdig eingestuft.

Die Grundprinzipien von Zero Trust

**1. Nie vertrauen, immer verifizieren (Never Trust, Always Verify)**

Jeder Zugriff – egal ob von intern oder extern – wird authentifiziert und autorisiert. Es gibt keine implizit vertrauenswürdigen Zonen mehr.

**2. Minimale Rechtevergabe (Least Privilege)**

Nutzer und Systeme erhalten nur die Berechtigungen, die sie für ihre aktuelle Aufgabe benötigen. Nicht mehr und nicht weniger.

**3. Mikrosegmentierung**

Das Netzwerk wird in kleine Segmente unterteilt. Selbst wenn ein Angreifer in ein Segment eindringt, kann er sich nicht lateral im Netzwerk bewegen.

**4. Kontinuierliche Überwachung**

Jede Aktivität wird protokolliert und analysiert. Anomalien werden in Echtzeit erkannt und können sofort unterbunden werden.

Warum ist Zero Trust notwendig?

Die klassische Firewall schützt nicht mehr vor modernen Bedrohungen:

Remote Work:: Mitarbeiter arbeiten von überall – das Firmennetzwerk hat keine klare Grenze mehr
Cloud-Dienste:: Daten und Anwendungen liegen verteilt bei verschiedenen Cloud-Anbietern
Insider Threats:: Nicht alle Bedrohungen kommen von außen
Laterale Bewegung:: Angreifer, die einmal im Netzwerk sind, können sich frei bewegen
**Statistik:** Bei über 80 % der erfolgreichen Cyberangriffe nutzen Angreifer gestohlene oder kompromittierte Zugangsdaten. Zero Trust macht diese Taktik deutlich schwerer.

Zero Trust in der Praxis umsetzen

**Identity & Access Management (IAM):** Zentrales Identitätsmanagement mit Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Dienste. Lösungen wie Microsoft Entra ID oder Keycloak bilden die Basis.

**Software-Defined Perimeter (SDP):** Ersetzt das klassische VPN durch individuelle, verschlüsselte Tunnel pro Anwendung. Nur autorisierte Nutzer sehen überhaupt, dass ein Dienst existiert.

**Endpoint Security:** Jedes Endgerät wird auf Sicherheitsstatus geprüft, bevor Zugriff gewährt wird. Ist das Gerät veraltet oder kompromittiert, wird der Zugang verweigert.

**Network Segmentation:** Netzwerkbereiche werden granular getrennt. Der Datenbank-Server ist nur vom Application Server erreichbar, nicht vom gesamten Netzwerk.

Fazit

Zero Trust ist kein Produkt, das Sie kaufen können, sondern ein **umfassendes Sicherheitskonzept**, das schrittweise implementiert wird. Beginnen Sie mit den Grundlagen: MFA für alle Dienste, minimale Rechtevergabe und Netzwerksegmentierung. Jeder Schritt in Richtung Zero Trust erhöht Ihre Sicherheit erheblich.

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