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KIVektordatenbankRAG

Vektordatenbanken erklärt: Pinecone, Weaviate und pgvector im Vergleich

·8 Min. Lesezeit

Vektordatenbanken: Das Rückgrat moderner KI-Anwendungen

Wer KI-Anwendungen wie RAG, semantische Suche oder Empfehlungssysteme bauen will, kommt an **Vektordatenbanken** nicht vorbei. Sie speichern Daten nicht als Tabellen oder Dokumente, sondern als hochdimensionale Vektoren — numerische Repräsentationen von Texten, Bildern oder anderen Daten. Das ermöglicht blitzschnelle Ähnlichkeitssuchen.

Wie funktioniert eine Vektordatenbank?

#### Schritt 1: Embedding-Erstellung

Texte oder andere Daten werden durch ein Embedding-Modell in Vektoren umgewandelt. Ein Satz wird zu einem Array aus Hunderten oder Tausenden Zahlen, die seine semantische Bedeutung repräsentieren.

#### Schritt 2: Speicherung und Indexierung

Die Vektoren werden in der Datenbank gespeichert und mithilfe spezieller Algorithmen (z.B. HNSW, IVF) indexiert, die schnelle Nearest-Neighbor-Suchen ermöglichen.

#### Schritt 3: Ähnlichkeitssuche

Bei einer Suchanfrage wird der Suchtext ebenfalls in einen Vektor umgewandelt. Die Datenbank findet dann die semantisch ähnlichsten gespeicherten Vektoren — unabhängig von exakten Wortübereinstimmungen.

Der große Vorteil: Eine Suche nach "Wie kündige ich meinen Vertrag?" findet auch Dokumente, die von "Vertragsbeendigung" oder "Kündigungsfrist" sprechen, ohne dass diese Wörter exakt übereinstimmen müssen.

Anbieter im Vergleich

#### Pinecone (Cloud-Native)

Typ: Vollständig verwalteter Cloud-Service
Vorteile: Kein Infrastruktur-Management, einfache API, automatische Skalierung
Nachteile: Daten liegen in der Cloud des Anbieters, keine Self-Hosting-Option
Kosten: Kostenloser Starttarif, Standard ab ca. 70 USD/Monat
Ideal für: Schneller Einstieg, Prototypen, Cloud-native Unternehmen

#### Weaviate (Open Source + Cloud)

Typ: Open Source mit optionalem Cloud-Angebot
Vorteile: Self-Hosting möglich, hybride Suche (Vektor + Keyword), integrierte Embedding-Modelle
Nachteile: Höherer Konfigurationsaufwand bei Self-Hosting
Kosten: Open Source kostenlos, Cloud ab 25 USD/Monat
Ideal für: Unternehmen mit Datenschutzanforderungen, die Self-Hosting bevorzugen

#### pgvector (PostgreSQL-Erweiterung)

Typ: Erweiterung für die bestehende PostgreSQL-Datenbank
Vorteile: Kein zusätzliches System nötig, nutzt vorhandene PostgreSQL-Infrastruktur, SQL-Abfragen
Nachteile: Nicht so performant wie spezialisierte Lösungen bei sehr großen Datenmengen
Kosten: Kostenlos (Open Source)
Ideal für: Unternehmen, die bereits PostgreSQL nutzen und einen pragmatischen Einstieg suchen

Entscheidungshilfe

| Kriterium | Pinecone | Weaviate | pgvector |

|-----------|----------|----------|----------|

| Einfachheit | Sehr hoch | Mittel | Hoch |

| Self-Hosting | Nein | Ja | Ja |

| Performance (groß) | Sehr gut | Sehr gut | Gut |

| Kosten (Start) | Niedrig | Niedrig | Sehr niedrig |

| Integration | API | API + GraphQL | SQL |

Unsere Empfehlung

Für den Einstieg und bestehende PostgreSQL-Nutzer: pgvector ist die pragmatischste Wahl
Für fortgeschrittene RAG-Systeme mit Self-Hosting: Weaviate bietet die beste Kombination aus Flexibilität und Funktionsumfang
Für schnelle Cloud-Prototypen: Pinecone ist am einfachsten einzurichten

Fazit

Die Wahl der richtigen Vektordatenbank hängt von Ihren Anforderungen an Performance, Datenschutz und Betriebsaufwand ab. BENFILO hilft Ihnen bei der Evaluierung und Implementierung der optimalen Lösung für Ihre KI-Anwendungen.

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