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SSL-Zertifikate erklärt: Warum HTTPS Pflicht ist

·5 Min. Lesezeit

SSL-Zertifikate: Die Grundlage sicherer Kommunikation im Web

Wenn Sie eine Website betreiben, führt an HTTPS kein Weg mehr vorbei. Browser wie Chrome und Firefox markieren unverschlüsselte HTTP-Seiten als **"Nicht sicher"** – ein Vertrauenskiller für jeden Besucher. Doch was steckt technisch hinter SSL-Zertifikaten, und welches Zertifikat ist das richtige für Ihr Unternehmen?

Wie funktioniert SSL/TLS?

SSL (Secure Sockets Layer) bzw. dessen Nachfolger TLS (Transport Layer Security) verschlüsselt die Datenübertragung zwischen dem Browser des Nutzers und Ihrem Webserver. Bei jedem Seitenaufruf findet ein sogenannter **TLS-Handshake** statt:

1. Der Browser fordert das SSL-Zertifikat des Servers an

2. Der Browser prüft die Gültigkeit des Zertifikats

3. Ein gemeinsamer Sitzungsschlüssel wird ausgehandelt

4. Die gesamte Kommunikation wird verschlüsselt

Die drei Typen von SSL-Zertifikaten

**Domain Validated (DV):** Die einfachste Variante. Es wird lediglich geprüft, ob Sie die Domain kontrollieren. Ausstellung innerhalb von Minuten. Ideal für Blogs und kleine Websites. **Let's Encrypt** bietet DV-Zertifikate kostenlos an.

**Organization Validated (OV):** Zusätzlich wird die Identität des Unternehmens geprüft. Im Zertifikat ist der Firmenname hinterlegt. Empfehlenswert für Unternehmenswebsites und Portale.

**Extended Validation (EV):** Die umfangreichste Prüfung. Das Unternehmen wird anhand offizieller Dokumente verifiziert. Wird häufig von Banken und Online-Shops eingesetzt.

Warum HTTPS nicht optional ist

DSGVO-Pflicht:: Die Verarbeitung personenbezogener Daten (Kontaktformulare, Newsletter-Anmeldungen) erfordert eine verschlüsselte Übertragung
SEO-Ranking:: Google bevorzugt HTTPS-Seiten im Ranking seit 2014
Vertrauen:: Das Schloss-Symbol in der Adressleiste signalisiert Sicherheit
Performance:: HTTP/2 und HTTP/3 setzen HTTPS voraus und bieten deutliche Geschwindigkeitsvorteile
**Praxis-Tipp:** Nutzen Sie Let's Encrypt für kostenlose SSL-Zertifikate und automatisieren Sie die Erneuerung mit Certbot. So vergessen Sie nie, ein ablaufendes Zertifikat zu erneuern.

Häufige Fehler bei SSL-Zertifikaten

Mixed Content:: Wenn HTTPS-Seiten HTTP-Ressourcen laden, zeigt der Browser Warnungen
Abgelaufene Zertifikate:: Richten Sie eine automatische Erneuerung ein
Fehlende Weiterleitungen:: HTTP muss per 301-Redirect auf HTTPS umgeleitet werden

Fazit

Ein SSL-Zertifikat ist heute **kein Nice-to-have, sondern absolute Pflicht**. Mit Let's Encrypt gibt es keine Ausrede mehr – die Einrichtung dauert wenige Minuten und kostet nichts. Für Unternehmen empfehlen wir mindestens ein OV-Zertifikat, um die Firmenidentität im Zertifikat sichtbar zu machen.

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