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Serverless Computing: Wann sich Functions-as-a-Service lohnen

·5 Min. Lesezeit

Serverless: Kein Server heißt nicht kein Server

Der Begriff "Serverless" ist irreführend – natürlich laufen Ihre Anwendungen weiterhin auf Servern. Der Unterschied: **Sie müssen sich nicht mehr um diese Server kümmern.** Der Cloud-Anbieter verwaltet die gesamte Infrastruktur, und Sie bezahlen nur für die tatsächliche Rechenzeit.

Wie funktioniert Serverless?

Bei Serverless Computing – insbesondere bei **Functions-as-a-Service (FaaS)** – laden Sie Ihren Code als einzelne Funktionen hoch. Diese Funktionen werden bei einem Auslöser (HTTP-Request, Datenbank-Änderung, Timer) automatisch ausgeführt. Nach der Ausführung werden die Ressourcen wieder freigegeben.

**Der Lebenszyklus einer Serverless-Funktion:**

1. Ein Trigger löst die Funktion aus (z. B. ein API-Aufruf)

2. Der Cloud-Anbieter startet eine Instanz (Cold Start)

3. Die Funktion wird ausgeführt

4. Das Ergebnis wird zurückgegeben

5. Nach einer Inaktivitätszeit wird die Instanz beendet

FaaS-Anbieter im Überblick

**AWS Lambda** ist der Pionier und Marktführer im Serverless-Bereich. Millionen von Funktionsaufrufen pro Monat sind im Free Tier kostenlos enthalten. Lambda unterstützt zahlreiche Programmiersprachen und lässt sich nahtlos mit anderen AWS-Diensten integrieren.

**Cloudflare Workers** bieten Serverless-Funktionen direkt am Edge – also auf dem CDN-Server, der dem Nutzer am nächsten ist. Die Latenz ist extrem niedrig und der Free Tier großzügig.

**Hetzner Cloud Functions** (bald verfügbar) wird Serverless-Computing auf deutscher Infrastruktur ermöglichen – ein vielversprechender Ansatz für DSGVO-konforme Serverless-Anwendungen.

Wann sich Serverless lohnt

**Ideale Anwendungsfälle:**

API-Backends: mit unregelmäßigem Traffic
Datenverarbeitung: (Bildkonvertierung, PDF-Generierung)
Webhooks: und Event-basierte Verarbeitung
Cron-Jobs: und geplante Aufgaben
Chatbots: und IoT-Datenverarbeitung

**Weniger geeignet für:**

Anwendungen mit konstant hohem Traffic (ein dedizierter Server ist günstiger)
Lang laufende Prozesse (Timeout-Limits beachten)
Anwendungen, die lokalen State benötigen
Latenz-kritische Anwendungen (Cold Start-Problem)
**Kostenbeispiel:** Eine API mit 1 Million Anfragen pro Monat, je 200 ms Ausführungszeit und 128 MB Speicher kostet bei AWS Lambda etwa **2–3 Euro pro Monat**. Ein vergleichbarer VPS kostet mindestens 5 Euro und muss gewartet werden.

Cold Starts verstehen und minimieren

Der Cold Start ist die größte Schwäche von Serverless: Wenn eine Funktion nach Inaktivität aufgerufen wird, dauert der erste Aufruf länger (100 ms bis mehrere Sekunden). Strategien zur Minimierung:

Provisioned Concurrency: bei AWS Lambda vorhalten
Leichtgewichtige Runtimes: verwenden (Go, Rust statt Java)
Bundle-Größe minimieren: – weniger Dependencies = schnellerer Start
Warmup-Requests: periodisch senden

Fazit

Serverless Computing ist ein **mächtiges Werkzeug für den richtigen Anwendungsfall**. Es eliminiert Server-Management, skaliert automatisch und kann bei niedrigem bis mittlerem Traffic erheblich günstiger sein als klassische Server. Für Anwendungen mit konstantem Hochlast-Traffic bleibt ein dedizierter Server die wirtschaftlichere Wahl.

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