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Schatten-KI im Unternehmen: Risiken unkontrollierter KI-Nutzung

·6 Min. Lesezeit

Schatten-KI: Das unsichtbare Risiko

Erinnern Sie sich an **Schatten-IT**? Mitarbeiter, die eigenmächtig Cloud-Dienste nutzen, ohne die IT-Abteilung einzubeziehen? Genau das gleiche Phänomen gibt es nun mit KI — und es ist noch gefährlicher. **Schatten-KI** (Shadow AI) bezeichnet den unkontrollierten Einsatz von KI-Tools durch Mitarbeiter ohne Wissen oder Genehmigung des Unternehmens.

Wie weit verbreitet ist Schatten-KI?

Studien zeigen alarmierende Zahlen:

68% der Mitarbeiter: , die KI am Arbeitsplatz nutzen, tun dies ohne Wissen der IT-Abteilung
52% geben vertrauliche Daten: in KI-Tools ein, die nicht vom Unternehmen genehmigt sind
Nur **24% der Unternehmen** haben verbindliche Richtlinien für den KI-Einsatz
Das Problem ist nicht, dass Mitarbeiter KI nutzen wollen — das ist verständlich und oft produktiv. Das Problem ist, dass sie es ohne Leitplanken tun.

Die konkreten Risiken

#### 1. Datenschutzverletzungen

Mitarbeiter geben Kundendaten, Verträge oder interne Strategiedokumente in ChatGPT oder andere Tools ein. Diese Daten können:

Zum Training der Modelle verwendet werden
In Antworten für andere Nutzer auftauchen
Bei einem Sicherheitsvorfall des Anbieters kompromittiert werden

#### 2. Compliance-Verstöße

Im Rahmen des EU AI Act und der DSGVO können unkontrollierte KI-Nutzungen zu erheblichen Bußgeldern führen. Ohne zentrale Steuerung kann das Unternehmen weder Transparenz- noch Dokumentationspflichten erfüllen.

#### 3. Qualitätsrisiken

KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein. Wenn Mitarbeiter KI-Outputs ohne Prüfung in Angebote, Berichte oder Kundenanschreiben übernehmen, drohen Reputationsschäden und rechtliche Konsequenzen.

#### 4. Inkonsistenz

Verschiedene Abteilungen nutzen unterschiedliche Tools mit unterschiedlichen Prompts. Das führt zu inkonsistenten Ergebnissen und doppeltem Aufwand.

So bringen Sie Schatten-KI unter Kontrolle

#### Schritt 1: Bestandsaufnahme

Führen Sie eine anonyme Umfrage durch, welche KI-Tools bereits genutzt werden und wofür. Kein Fingerpointing — das Ziel ist Transparenz.

#### Schritt 2: KI-Richtlinie erstellen

Definieren Sie klare Regeln:

Erlaubte Tools: Welche KI-Tools dürfen genutzt werden?
Datenklassifizierung: Welche Daten dürfen in KI-Tools eingegeben werden?
Genehmigungsprozess: Wie werden neue KI-Tools evaluiert und freigegeben?

#### Schritt 3: Genehmigte Alternativen bereitstellen

Statt KI zu verbieten, bieten Sie sichere Alternativen an. Mitarbeiter nutzen Schatten-KI oft, weil das Unternehmen keine genehmigten Tools bereitstellt.

#### Schritt 4: Schulung und Sensibilisierung

Erklären Sie Ihren Mitarbeitern die Risiken und den richtigen Umgang mit KI. Wer die Gefahren versteht, handelt verantwortungsvoller.

#### Schritt 5: Monitoring implementieren

Netzwerk-basierte Tools können erkennen, welche KI-Dienste aufgerufen werden. Das dient nicht der Überwachung einzelner Mitarbeiter, sondern dem Schutz des Unternehmens.

Fazit

Schatten-KI lässt sich nicht durch Verbote eliminieren, sondern durch kluge Governance. Schaffen Sie eine Umgebung, in der Mitarbeiter KI produktiv und sicher nutzen können. BENFILO unterstützt Sie bei der Entwicklung einer umfassenden KI-Governance-Strategie.

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