Zurück zum Blog
SoftwarePlatform EngineeringDevOps

Platform Engineering: Der neue Standard für DevOps-Teams

·7 Min. Lesezeit

Von DevOps zu Platform Engineering

DevOps hat die Mauer zwischen Entwicklung und Betrieb eingerissen. Doch in der Praxis zeigt sich ein neues Problem: Entwickler werden mit **zu viel operativer Komplexität** überladen. Kubernetes, CI/CD-Pipelines, Monitoring, Secrets-Management – die kognitive Last ist enorm.

**Platform Engineering** löst dieses Problem, indem ein dediziertes Team eine **interne Entwicklerplattform (IDP)** baut und pflegt.

Was ist eine Internal Developer Platform?

Eine IDP ist eine Sammlung von Tools, Workflows und Self-Service-Fähigkeiten, die Entwicklern ermöglicht, **eigenständig und schnell** Software zu deployen – ohne tiefes Infrastrukturwissen.

**Analogie:** Stellen Sie sich die IDP wie eine gut organisierte Werkstatt vor. Alles hat seinen Platz, jedes Werkzeug ist beschriftet, und es gibt klare Anleitungen. Jeder Handwerker kann sofort produktiv arbeiten.

Warum Platform Engineering jetzt relevant ist

Die Zahlen sprechen für sich

78 %: der großen Unternehmen setzen bereits auf Platform Engineering (Gartner, 2024)
Teams mit IDP sind **durchschnittlich 20–30 % produktiver**
Die Onboarding-Zeit neuer Entwickler sinkt um bis zu **60 %**

Das Problem ohne Plattform

Ohne eine interne Plattform passiert Folgendes:

Jedes Team baut **eigene Deployment-Skripte** – keine Standardisierung
Entwickler verbringen **30–40 % ihrer Zeit** mit Infrastruktur statt mit Code
Wissen konzentriert sich auf **einzelne Personen** (Bus-Faktor)
Onboarding: neuer Teammitglieder dauert Wochen

Die Bausteine einer IDP

1. Self-Service-Portal

Entwickler können über ein Portal oder CLI neue Services erstellen, Environments provisionieren und Deployments auslösen – **ohne Ticket beim Ops-Team**.

2. Golden Paths

Vordefinierte, **erprobte Wege** für häufige Aufgaben: neuen Service erstellen, Datenbank anlegen, Monitoring einrichten. Kein Zwang, aber eine starke Empfehlung.

3. Abstraktion der Infrastruktur

Entwickler müssen nicht wissen, ob ihre Anwendung auf Kubernetes, ECS oder einer VM läuft. Die Plattform **abstrahiert die Komplexität**.

4. Integriertes Monitoring und Observability

Jeder Service bekommt automatisch Logging, Metriken und Tracing – ohne zusätzliche Konfiguration.

Tools im Ökosystem

Backstage: (Spotify): Open-Source-Entwicklerportal
Humanitec:: Kommerzielle Platform-Orchestrierung
Crossplane:: Kubernetes-native Infrastruktur-Abstraktion
Port:: Self-Service-Portal für Entwicklerteams

Für wen eignet sich Platform Engineering?

Platform Engineering lohnt sich ab einer gewissen Größe:

Ab **3+ Entwicklungsteams**, die unabhängig arbeiten
Bei häufigen Deployments (**mehrmals pro Woche**)
Wenn **Infrastruktur-Komplexität** zum Engpass wird

Für kleinere Teams reichen oft gut dokumentierte CI/CD-Pipelines und Terraform-Module.

Fazit

Platform Engineering ist die **natürliche Evolution von DevOps**. Statt jeden Entwickler zum Infrastruktur-Experten zu machen, stellt ein Platform-Team die Werkzeuge bereit, die Entwickler brauchen, um schnell und sicher Software auszuliefern.

Interesse geweckt?

Lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen.

Kontakt aufnehmen
WhatsApp Chat