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NIS2-Meldepflichten: So reagieren Sie richtig auf Sicherheitsvorfälle

·6 Min. Lesezeit

NIS2-Meldepflichten: Kein Spielraum bei Sicherheitsvorfällen

Die NIS2-Richtlinie verschärft die Anforderungen an die Meldung von Sicherheitsvorfällen erheblich. Unternehmen, die unter die Richtlinie fallen, müssen **innerhalb enger Fristen** reagieren und melden. Wer diese Pflichten vernachlässigt, riskiert empfindliche Bußgelder. Dieser Artikel erklärt die Meldepflichten im Detail und zeigt, wie Sie einen funktionierenden Incident-Response-Prozess aufbauen.

Die drei Meldestufen im Überblick

**Stufe 1: Frühwarnung (innerhalb von 24 Stunden)**

Nach Kenntnisnahme eines erheblichen Sicherheitsvorfalls müssen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Frühwarnung an die zuständige Behörde (in Deutschland: das BSI) übermitteln. Diese muss enthalten:

Ob der Vorfall vermutlich auf eine rechtswidrige oder böswillige Handlung zurückzuführen ist
Ob grenzüberschreitende Auswirkungen möglich sind

**Stufe 2: Vorfallmeldung (innerhalb von 72 Stunden)**

Innerhalb von 72 Stunden folgt eine detailliertere Meldung mit:

Bewertung des Vorfalls (Schwere und Auswirkungen)
Indikatoren für eine Kompromittierung (Indicators of Compromise)
Ergriffene und geplante Gegenmaßnahmen

**Stufe 3: Abschlussbericht (innerhalb von einem Monat)**

Spätestens einen Monat nach der Vorfallmeldung ist ein Abschlussbericht fällig, der enthält:

Detaillierte Beschreibung des Vorfalls
Art der Bedrohung und Grundursache
Grenzüberschreitende Auswirkungen
Ergriffene Abhilfemaßnahmen

Was ist ein "erheblicher Sicherheitsvorfall"?

Nicht jeder Vorfall muss gemeldet werden. Als erheblich gilt ein Vorfall, der:

Schwerwiegende Betriebsstörungen: der Dienste verursacht oder verursachen kann
Finanzielle Verluste: für das betroffene Unternehmen auslöst
Andere Personen oder Einrichtungen: durch erhebliche materielle oder immaterielle Schäden beeinträchtigt
**Wichtig:** Im Zweifel melden! Eine unnötige Meldung ist weniger problematisch als eine versäumte Meldung. Das BSI wird Sie nicht für übermäßige Vorsicht bestrafen.

Incident-Response-Prozess aufbauen

Ein funktionierender Incident-Response-Prozess ist Voraussetzung, um die Meldepflichten einhalten zu können:

**1. Vorbereitung:**

Incident-Response-Team benennen und schulen
Kontaktdaten der Meldestelle (BSI) hinterlegen
Vorlagen für Meldungen vorbereiten
Kommunikationswege festlegen

**2. Erkennung und Analyse:**

Monitoring und Alerting für Sicherheitsereignisse
Bewertungskriterien für die Schwere des Vorfalls
Eskalationswege definieren

**3. Eindämmung und Beseitigung:**

Sofortmaßnahmen zur Schadensbegrenzung
Forensische Sicherung von Beweisen
Beseitigung der Schwachstelle

**4. Wiederherstellung und Nachbereitung:**

Schrittweise Wiederherstellung des Normalbetriebs
Lessons Learned dokumentieren
Prozesse verbessern

Fazit

Die NIS2-Meldepflichten erfordern **schnelle Reaktion und klare Prozesse**. Unternehmen, die erst im Ernstfall über ihr Vorgehen nachdenken, werden die 24-Stunden-Frist kaum einhalten können. Investieren Sie jetzt in einen Incident-Response-Prozess, schulen Sie Ihr Team und führen Sie regelmäßig Übungen durch.

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