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SoftwareMicroservicesArchitektur

Microservices vs. Monolith: Die richtige Architektur

·8 Min. Lesezeit

Die zwei Welten der Softwarearchitektur

Wenn Sie ein neues Softwareprojekt starten oder eine bestehende Anwendung modernisieren, stehen Sie vor einer grundlegenden Entscheidung: **Monolith oder Microservices?** Beide Ansätze haben klare Stärken und Schwächen.

Was ist ein Monolith?

Ein Monolith ist eine **einzelne, zusammenhängende Anwendung**. Alle Funktionen – Benutzerverwaltung, Bestellprozess, Reporting – leben in einer Codebasis und werden gemeinsam deployed.

Was sind Microservices?

Bei einer Microservice-Architektur wird die Anwendung in **viele kleine, unabhängige Dienste** aufgeteilt. Jeder Service hat eine klar definierte Aufgabe, eine eigene Datenbank und kann unabhängig deployt werden.

Der ehrliche Vergleich

| Kriterium | Monolith | Microservices |

|---|---|---|

| Einstiegskomplexität | Gering | Hoch |

| Deployment | Einfach (eine Einheit) | Komplex (viele Services) |

| Skalierung | Nur komplett | Pro Service |

| Teamgröße | 1–8 Entwickler | Ab 8+ sinnvoll |

| Technologie-Vielfalt | Eine Technologie | Jeder Service kann anders sein |

| Debugging | Einfach | Komplex (verteiltes System) |

| Datenkonsistenz | Einfach (eine DB) | Komplex (verteilte Transaktionen) |

**Wichtig:** Microservices sind nicht automatisch besser als ein Monolith. Sie lösen Probleme, die erst ab einer gewissen Größe auftreten – und bringen eigene Komplexität mit.

Wann ist ein Monolith die richtige Wahl?

Kleine bis mittlere Teams: (bis ca. 8 Entwickler)
Neue Produkte: , bei denen sich Anforderungen noch stark ändern
Überschaubarer Funktionsumfang: ohne extreme Skalierungsanforderungen
Schneller Start: – Sie wollen möglichst schnell ein Produkt auf den Markt bringen

Der modulare Monolith als Kompromiss

Ein **modularer Monolith** kombiniert das Beste aus beiden Welten: Die Anwendung ist intern in klar getrennte Module aufgeteilt, wird aber als eine Einheit deployt. Wenn ein Modul später als eigenständiger Service ausgelagert werden muss, ist der Aufwand gering.

Wann lohnen sich Microservices?

Große Teams: (ab 3+ Teams, die parallel arbeiten)
Unterschiedliche Skalierungsanforderungen: (z. B. der Zahlungsservice braucht mehr Kapazität als das Reporting)
Hohe Verfügbarkeitsanforderungen: (ein Ausfall darf nicht alles lahmlegen)
Polyglotte Technologie: – verschiedene Services brauchen verschiedene Technologien

Die versteckten Kosten von Microservices

Was oft unterschätzt wird:

Netzwerk-Kommunikation: zwischen Services muss abgesichert und überwacht werden
Verteiltes Tracing: und Logging werden zur Pflicht
Datenkonsistenz: über Service-Grenzen hinweg ist ein gelöstes, aber nicht triviales Problem
Infrastruktur-Overhead: Kubernetes, Service Mesh, API Gateway

Unsere Empfehlung

Starten Sie mit einem **gut strukturierten, modularen Monolith**. Wenn Ihr Team und Ihre Anforderungen wachsen, extrahieren Sie gezielt einzelne Module als Microservices. Dieser pragmatische Weg vermeidet unnötige Komplexität am Anfang und hält alle Optionen offen.

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