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Low-Code und No-Code: Wann reicht die einfache Lösung?

·7 Min. Lesezeit

Der Hype um Low-Code und No-Code

Die Versprechen klingen verlockend: **Software ohne Programmieren bauen**, in Tagen statt Monaten, zu einem Bruchteil der Kosten. Plattformen wie Microsoft Power Platform, Retool, Bubble oder Airtable ermöglichen es auch Nicht-Entwicklern, Anwendungen zu erstellen.

Doch wie bei jedem Trend lohnt sich ein differenzierter Blick.

Was ist der Unterschied?

No-Code:: Komplett visuelle Entwicklung ohne eine Zeile Code. Zielgruppe: Business-Anwender, die keinerlei Programmierkenntnisse haben.
Low-Code:: Hauptsächlich visuelle Entwicklung, aber mit der Möglichkeit, **bei Bedarf Code hinzuzufügen**. Zielgruppe: Citizen Developer und professionelle Entwickler für schnelle Prototypen.

Wo Low-Code/No-Code glänzt

Interne Tools und Dashboards

**Perfekter Use Case.** Ein Vertriebsteam braucht ein Dashboard zur Pipeline-Übersicht? Mit Retool oder Power Apps ist das in wenigen Stunden gebaut.

Prototyping und Validierung

Sie wollen eine Idee testen, bevor Sie investieren? Ein No-Code-Prototyp liefert **schnelles Feedback** vom Markt.

Workflow-Automatisierung

Daten zwischen Systemen synchronisieren, Genehmigungsprozesse digitalisieren, Benachrichtigungen auslösen – Tools wie **n8n, Make oder Power Automate** erledigen das ohne Programmierung.

Einfache CRUD-Anwendungen

Daten erfassen, anzeigen, bearbeiten, löschen – das Standardmuster vieler Geschäftsanwendungen lässt sich hervorragend mit Low-Code abbilden.

**Praxis-Tipp:** In vielen Unternehmen entstehen 60–70 % der internen Anforderungen aus genau diesen Kategorien. Low-Code kann hier enorm viel Entwicklungskapazität freisetzen.

Wo die Grenzen liegen

| Anforderung | Low-Code/No-Code | Individuelle Entwicklung |

|---|---|---|

| Einfache Formulare | Ideal | Overkill |

| Komplexe Business-Logik | Problematisch | Passend |

| Performance-kritische Systeme | Nicht geeignet | Notwendig |

| Integration proprietärer APIs | Eingeschränkt | Flexibel |

| Skalierung auf 10.000+ Nutzer | Oft limitiert | Unbegrenzt |

| Individuelle UI/UX | Stark eingeschränkt | Volle Freiheit |

Die versteckten Risiken

Vendor Lock-in:: Ihre Anwendung lebt in einer proprietären Plattform. Ein Wechsel ist schwierig bis unmöglich.
Skalierungskosten:: Günstig am Anfang, aber Pro-Nutzer-Preise können bei Wachstum explodieren.
Schatten-IT:: Wenn Fachabteilungen ohne IT-Governance Tools bauen, entstehen Sicherheits- und Compliance-Risiken.
Technische Schulden:: Schnell zusammengeklickte Lösungen werden mit der Zeit genauso unwartbar wie schlecht geschriebener Code.

Unsere Empfehlung

**Low-Code und individuelle Entwicklung schließen sich nicht aus.** Die klügste Strategie:

1. **Low-Code für interne Tools** und schnelle Prototypen

2. **Individuelle Entwicklung** für kundenorientierte Produkte und komplexe Geschäftslogik

3. **APIs als Brücke** zwischen beiden Welten

Fazit

Low-Code und No-Code sind **mächtige Werkzeuge im richtigen Kontext**. Sie ersetzen keine professionelle Softwareentwicklung, aber sie ergänzen sie hervorragend. Die Kunst liegt darin, für jede Anforderung das richtige Werkzeug zu wählen.

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