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IT-Notfallplan erstellen: Business Continuity für KMU

·6 Min. Lesezeit

IT-Notfallplan: Vorbereitet sein, bevor es zu spät ist

Ein Serverausfall am Montagmorgen, ein Ransomware-Angriff am Wochenende oder ein Wasserschaden im Serverraum – IT-Notfälle treffen Unternehmen meist unerwartet. **Ohne einen funktionierenden Notfallplan verlieren KMU im Durchschnitt 8.000 bis 74.000 Euro pro Stunde an Ausfallkosten.** Ein IT-Notfallplan stellt sicher, dass Ihr Unternehmen auch in der Krise handlungsfähig bleibt.

Was ist ein IT-Notfallplan?

Ein IT-Notfallplan (auch Business Continuity Plan, BCP) ist ein **dokumentiertes Verfahren**, das beschreibt, wie Ihr Unternehmen auf IT-Störungen reagiert, den Betrieb aufrechterhält und den Normalzustand wiederherstellt. Er beantwortet drei zentrale Fragen:

1. Was tun wir, wenn System X ausfällt?

2. Wer ist verantwortlich und wer wird informiert?

3. Wie stellen wir den Normalbetrieb wieder her?

Schritt 1: Business Impact Analysis (BIA)

Bevor Sie planen können, müssen Sie verstehen, welche Systeme geschäftskritisch sind:

Kritische Geschäftsprozesse identifizieren:: Welche Prozesse müssen laufen, damit Ihr Unternehmen Geld verdient?
IT-Abhängigkeiten erfassen:: Welche Systeme, Anwendungen und Daten unterstützen diese Prozesse?
Ausfallkosten berechnen:: Was kostet eine Stunde Ausfall pro System?
Recovery Time Objective (RTO):: Wie schnell muss ein System wiederhergestellt sein?
Recovery Point Objective (RPO):: Wie viel Datenverlust ist maximal akzeptabel?

Schritt 2: Risiken identifizieren und bewerten

Typische IT-Risiken für KMU:

| Risiko | Wahrscheinlichkeit | Auswirkung |

|--------|-------------------|------------|

| Ransomware-Angriff | Hoch | Sehr hoch |

| Hardwaredefekt | Mittel | Mittel bis hoch |

| Stromausfall | Niedrig | Hoch |

| Menschlicher Fehler | Hoch | Mittel |

| Naturkatastrophe | Sehr niedrig | Sehr hoch |

Schritt 3: Notfallmaßnahmen definieren

Für jedes identifizierte Risiko definieren Sie konkrete Maßnahmen:

**Bei Ransomware-Angriff:**

Betroffene Systeme sofort vom Netzwerk trennen
IT-Sicherheitsdienstleister kontaktieren
Backup-Integrität prüfen (Offline-Backup!)
Meldung an BSI und ggf. Datenschutzbehörde
Wiederherstellung aus sauberem Backup

**Bei Serverausfall:**

Failover auf Backup-System aktivieren
Hosting-Anbieter kontaktieren
Kunden und Mitarbeiter informieren
Ursachenanalyse nach Wiederherstellung

Schritt 4: Kommunikationsplan

**Im Notfall zählt jede Minute.** Hinterlegen Sie Kontaktdaten offline (ausgedruckt!) und stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten wissen, wen sie anrufen müssen.
Interne Kommunikation:: Wer informiert die Geschäftsführung, die Mitarbeiter?
Externe Kommunikation:: Wer informiert Kunden, Partner, Behörden?
Eskalationswege:: Ab wann wird extern eskaliert?

Schritt 5: Testen und aktualisieren

Ein Notfallplan, der nie getestet wird, ist im Ernstfall wertlos. Führen Sie mindestens einmal jährlich eine **Notfallübung** durch und aktualisieren Sie den Plan bei jeder Änderung Ihrer IT-Infrastruktur.

Fazit

Ein IT-Notfallplan ist keine Kür, sondern **Pflicht für jedes Unternehmen**, das von seiner IT abhängig ist. Beginnen Sie mit den geschäftskritischsten Systemen und erweitern Sie den Plan schrittweise. Der Aufwand für die Erstellung ist minimal im Vergleich zu den Kosten eines unvorbereiteten Ausfalls.

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