IT-Notfallplan: Vorbereitet sein, bevor es zu spät ist
Ein Serverausfall am Montagmorgen, ein Ransomware-Angriff am Wochenende oder ein Wasserschaden im Serverraum – IT-Notfälle treffen Unternehmen meist unerwartet. **Ohne einen funktionierenden Notfallplan verlieren KMU im Durchschnitt 8.000 bis 74.000 Euro pro Stunde an Ausfallkosten.** Ein IT-Notfallplan stellt sicher, dass Ihr Unternehmen auch in der Krise handlungsfähig bleibt.
Was ist ein IT-Notfallplan?
Ein IT-Notfallplan (auch Business Continuity Plan, BCP) ist ein **dokumentiertes Verfahren**, das beschreibt, wie Ihr Unternehmen auf IT-Störungen reagiert, den Betrieb aufrechterhält und den Normalzustand wiederherstellt. Er beantwortet drei zentrale Fragen:
1. Was tun wir, wenn System X ausfällt?
2. Wer ist verantwortlich und wer wird informiert?
3. Wie stellen wir den Normalbetrieb wieder her?
Schritt 1: Business Impact Analysis (BIA)
Bevor Sie planen können, müssen Sie verstehen, welche Systeme geschäftskritisch sind:
Schritt 2: Risiken identifizieren und bewerten
Typische IT-Risiken für KMU:
| Risiko | Wahrscheinlichkeit | Auswirkung |
|--------|-------------------|------------|
| Ransomware-Angriff | Hoch | Sehr hoch |
| Hardwaredefekt | Mittel | Mittel bis hoch |
| Stromausfall | Niedrig | Hoch |
| Menschlicher Fehler | Hoch | Mittel |
| Naturkatastrophe | Sehr niedrig | Sehr hoch |
Schritt 3: Notfallmaßnahmen definieren
Für jedes identifizierte Risiko definieren Sie konkrete Maßnahmen:
**Bei Ransomware-Angriff:**
**Bei Serverausfall:**
Schritt 4: Kommunikationsplan
**Im Notfall zählt jede Minute.** Hinterlegen Sie Kontaktdaten offline (ausgedruckt!) und stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten wissen, wen sie anrufen müssen.
Schritt 5: Testen und aktualisieren
Ein Notfallplan, der nie getestet wird, ist im Ernstfall wertlos. Führen Sie mindestens einmal jährlich eine **Notfallübung** durch und aktualisieren Sie den Plan bei jeder Änderung Ihrer IT-Infrastruktur.
Fazit
Ein IT-Notfallplan ist keine Kür, sondern **Pflicht für jedes Unternehmen**, das von seiner IT abhängig ist. Beginnen Sie mit den geschäftskritischsten Systemen und erweitern Sie den Plan schrittweise. Der Aufwand für die Erstellung ist minimal im Vergleich zu den Kosten eines unvorbereiteten Ausfalls.