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Hybrid Cloud Strategie: On-Premise und Cloud sinnvoll kombinieren

·6 Min. Lesezeit

Hybrid Cloud: Das Beste aus beiden Welten

Nicht alles gehört in die Cloud – und nicht alles muss on-premise bleiben. Eine **Hybrid-Cloud-Strategie** kombiniert lokale Infrastruktur mit Cloud-Diensten und ermöglicht es Unternehmen, für jeden Workload die optimale Umgebung zu wählen. Für viele mittelständische Unternehmen in Deutschland ist Hybrid Cloud der pragmatischste Weg zur Modernisierung.

Was ist Hybrid Cloud?

Hybrid Cloud verbindet **mindestens eine private IT-Umgebung** (eigenes Rechenzentrum oder Co-Location) mit **mindestens einer Public Cloud** (z. B. AWS, Azure, Hetzner Cloud). Die Umgebungen sind über sichere Netzwerkverbindungen miteinander verknüpft und können Workloads austauschen.

Typische Hybrid-Cloud-Szenarien

**Cloud Bursting:** Ihre Basisauslastung läuft on-premise, bei Lastspitzen werden automatisch Cloud-Ressourcen hinzugeschaltet. Ideal für Unternehmen mit stark schwankender Auslastung.

**Datensensitive Workloads lokal, der Rest in der Cloud:** Besonders sensible Daten (Patientendaten, Finanzdaten) bleiben im eigenen Rechenzentrum, während weniger kritische Anwendungen in der Cloud laufen.

**Disaster Recovery in der Cloud:** Das produktive System läuft on-premise, eine aktuelle Kopie steht in der Cloud bereit und kann bei einem Ausfall sofort übernehmen.

**Entwicklung in der Cloud, Produktion on-premise:** Entwickler nutzen die Flexibilität der Cloud für Test- und Staging-Umgebungen, die Produktion läuft auf kontrollierten lokalen Systemen.

Technische Umsetzung

**Netzwerkanbindung:**

Site-to-Site VPN:: Günstig und einfach, aber abhängig von der Internet-Bandbreite
Dedizierte Verbindung:: Direkter Anschluss an den Cloud-Anbieter (z. B. AWS Direct Connect oder Azure ExpressRoute) für konsistente Latenz und Bandbreite

**Daten-Synchronisation:**

Replizierung von Datenbanken zwischen lokalen Servern und der Cloud
Objektspeicher als zentraler Datenlayer
Caching-Strategien für häufig benötigte Daten

**Management und Orchestrierung:**

Terraform/OpenTofu: für Infrastructure as Code über beide Umgebungen
Kubernetes: als einheitliche Plattform für Container-Workloads
Ansible: für konsistentes Konfigurationsmanagement
**Herausforderung:** Die größte technische Hürde bei Hybrid Cloud ist die Netzwerklatenz zwischen den Umgebungen. Planen Sie Ihre Architektur so, dass eng gekoppelte Dienste in derselben Umgebung laufen.

Kosten im Griff behalten

Hybrid Cloud kann schnell teuer werden, wenn die Kostenkontrolle fehlt:

Cloud-Kosten überwachen: mit Tools wie Infracost oder dem Cost Explorer des Anbieters
Reserved Instances: für planbare Workloads nutzen
Datenverkehr minimieren:: Cloud-Anbieter berechnen ausgehenden Traffic – halten Sie den Datenfluss zwischen den Umgebungen gering
Regelmäßig evaluieren:: Ist ein Workload in der Cloud noch günstiger als lokal?

Wann Hybrid Cloud sinnvoll ist

Sie haben **Compliance-Anforderungen**, die bestimmte Daten lokal halten erfordern
Sie möchten **schrittweise in die Cloud migrieren** statt alles auf einmal
Sie benötigen **flexible Skalierung** für bestimmte Workloads
Sie wollen **Vendor Lock-in vermeiden** und flexibel bleiben

Fazit

Hybrid Cloud ist kein Kompromiss, sondern eine **bewusste strategische Entscheidung**. Sie ermöglicht es, die Vorteile der Cloud zu nutzen, ohne die Kontrolle über sensible Daten aufzugeben. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer klaren Strategie, sauberen Netzwerkarchitektur und konsequentem Kostenmanagement.

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