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Green IT 2026: Nachhaltigkeit in der IT-Infrastruktur

·6 Min. Lesezeit

Green IT 2026: Nachhaltigkeit wird zur Pflicht

Nachhaltigkeit in der IT ist 2026 kein Nischenthema mehr, sondern ein **zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie**. Regulatorische Anforderungen wie die EU-Taxonomie, die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) und steigende Energiekosten zwingen Unternehmen zum Handeln. Gleichzeitig zeigt sich: Nachhaltige IT spart langfristig Kosten.

Der Status Quo: IT und Energieverbrauch

Die IT-Branche ist für etwa **4 % der globalen CO2-Emissionen** verantwortlich – mehr als der gesamte Flugverkehr. Rechenzentren in Deutschland verbrauchten 2024 rund 20 Milliarden kWh Strom. Mit dem Boom von KI-Anwendungen steigt der Energiebedarf weiter rasant an.

**Die größten Energiefresser:**

Rechenzentren (Server, Kühlung, Netzwerk)
Endgeräte (Laptops, Smartphones, Monitore)
Netzwerkinfrastruktur (Router, Switches, Glasfaser)
KI-Training und -Inferenz

Regulatorische Treiber 2026

**Energieeffizienzgesetz (EnEfG):** Seit 2024 müssen Rechenzentren in Deutschland ab 300 kW Leistung konkrete Energieeffizienz-Ziele erfüllen. Ab 2027 wird ein PUE-Wert von maximal 1,3 für neue Rechenzentren vorgeschrieben.

**CSRD-Berichtspflicht:** Große Unternehmen müssen ab 2025/2026 Nachhaltigkeitsberichte nach europäischen Standards (ESRS) erstellen. Die IT-Infrastruktur ist ein wesentlicher Bestandteil des CO2-Fußabdrucks.

**EU-Taxonomie:** Investitionen in IT-Infrastruktur müssen taxonomiekonform sein, um als nachhaltig zu gelten.

Konkrete Maßnahmen für nachhaltige IT

**1. Energieeffiziente Hardware beschaffen**

Server mit aktuellen, energieeffizienten Prozessoren wählen
ARM-basierte Server (z. B. Ampere Altra) bieten bis zu 50 % bessere Energieeffizienz
Gebrauchte und refurbished Hardware in Betracht ziehen

**2. Virtualisierung und Konsolidierung**

Server-Auslastung durch Virtualisierung auf über 60 % steigern
Unterauslastete Server identifizieren und konsolidieren
Container statt VMs für höhere Dichte und Effizienz

**3. Cloud-Ressourcen optimieren**

Rightizing: Instanzen an den tatsächlichen Bedarf anpassen
Auto-Scaling: Ressourcen bei Nicht-Nutzung herunterfahren
Spot-Instanzen für flexible Workloads nutzen

**4. Abwärmenutzung**

Rechenzentren-Abwärme kann zur Gebäudeheizung genutzt werden
Das Energieeffizienzgesetz fördert die Abwärmenutzung aktiv
Innovative Konzepte: Rechenzentren in Schwimmbädern oder Gewächshäusern
**Praxisbeispiel:** Das Rechenzentrum von Hetzner in Falkenstein nutzt die Abwärme der Server zur Beheizung von Büro- und Wohngebäuden. Dadurch wird die eingesetzte Energie doppelt genutzt.

Software-Seite: Green Coding

Nachhaltige IT beginnt nicht bei der Hardware, sondern beim Code:

Effiziente Algorithmen: verbrauchen weniger Rechenzeit und damit weniger Energie
Datenminimierung:: Nur speichern und verarbeiten, was wirklich benötigt wird
Caching: intelligent einsetzen, um redundante Berechnungen zu vermeiden
Energiebewusste Architektur:: Microservices, die bei Nicht-Nutzung herunterskalieren

Nachhaltigkeit messen

Um Fortschritte zu messen, brauchen Sie Kennzahlen:

PUE (Power Usage Effectiveness):: Gesamtenergie / IT-Energie
CUE (Carbon Usage Effectiveness):: CO2-Emissionen / IT-Energie
WUE (Water Usage Effectiveness):: Wasserverbrauch / IT-Energie
Scope 1-3 Emissionen: nach GHG Protocol

Fazit

Green IT ist 2026 keine freiwillige Übung mehr, sondern wird durch Gesetze und Berichtspflichten eingefordert. Die gute Nachricht: **Die meisten Green-IT-Maßnahmen senken gleichzeitig die Kosten.** Energieeffiziente Hardware, optimierte Cloud-Nutzung und durchdachte Software-Architektur sind Investitionen, die sich mehrfach auszahlen.

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