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SoftwareERPCloud-Migration

ERP-System in der Cloud: Migration für den Mittelstand

·8 Min. Lesezeit

Warum ERP-Systeme in die Cloud gehören

Viele mittelständische Unternehmen betreiben ihr ERP-System noch **On-Premise** – auf eigenen Servern im Keller oder im angemieteten Rechenzentrum. Das funktioniert, bringt aber zunehmend Probleme:

Wartungsaufwand:: Hardware muss betreut, Backups manuell geprüft, Updates eingespielt werden
Skalierung:: Neue Server bestellen, aufbauen, konfigurieren dauert Wochen
Verfügbarkeit:: Redundanz und Disaster Recovery sind teuer und komplex
Kosten:: Hardware, Strom, Kühlung, Raummiete – die versteckten Kosten summieren sich

Cloud ERP: Die Vorteile

Zugriff von überall: – Homeoffice, Außendienst, mehrere Standorte
Automatische Updates: – immer auf dem neuesten Stand
Skalierung auf Knopfdruck: – mehr Nutzer, mehr Kapazität, sofort
Hochverfügbarkeit: – redundante Rechenzentren, automatische Failover
Planbare Kosten: – monatliche Gebühren statt großer Investitionen

Die drei Migrationspfade

1. SaaS: Komplett in die Cloud wechseln

Sie ersetzen Ihr bestehendes ERP durch eine **Cloud-native SaaS-Lösung** (z. B. SAP Business Technology Platform, Microsoft Dynamics 365 Business Central, Haufe X360).

**Vorteile:** Keine eigene Infrastruktur, automatische Updates, schneller Start

**Nachteile:** Weniger Anpassungsmöglichkeiten, Abhängigkeit vom Anbieter, Datenmigration aufwändig

2. Lift & Shift: Bestehendes ERP in die Cloud verschieben

Ihr bestehendes ERP-System wird **unverändert** auf Cloud-Infrastruktur migriert (z. B. von lokalem Server auf eine VM bei Hetzner, AWS oder Azure).

**Vorteile:** Schnell umsetzbar, keine Umstellung für Anwender, geringes Risiko

**Nachteile:** Architekturelle Probleme werden mitgenommen, nicht alle Cloud-Vorteile nutzbar

3. Re-Platform: Schrittweise modernisieren

Das ERP-System wird schrittweise für die Cloud **optimiert**: Datenbank-Migration, API-Layer einführen, einzelne Module als Cloud-Services auslagern.

**Vorteile:** Beste Balance aus Aufwand und Nutzen, schrittweise Umsetzung möglich

**Nachteile:** Längerer Zeitraum, erfordert klare Architektur-Vision

**Unsere Empfehlung:** Für die meisten mittelständischen Unternehmen ist **Re-Platform** der sinnvollste Weg. Lift & Shift als erster Schritt, dann schrittweise Modernisierung.

Worauf Sie bei der Migration achten müssen

Datenschutz und Compliance

Serverstandort:: Rechenzentren in der EU, idealerweise in Deutschland
DSGVO-Konformität:: Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Cloud-Anbieter
Branchenspezifische Anforderungen:: GoBD, TISAX, ISO 27001 – je nach Branche

Datenmigration

Die Datenmigration ist oft der **kritischste Teil** des Projekts:

Datenqualität prüfen: – alte Daten bereinigen, bevor sie migriert werden
Testmigration: durchführen – mindestens 2–3 Probeläufe
Rollback-Plan: erstellen – was passiert, wenn die Migration fehlschlägt?
Parallelbetrieb: einplanen – altes und neues System übergangsweise gleichzeitig betreiben

Schnittstellen und Integrationen

| Integration | Herausforderung |

|---|---|

| Buchhaltung / DATEV | Schnittstellen müssen neu konfiguriert werden |

| Bankanbindung | Oft noch On-Premise, Hybrid-Lösung nötig |

| Webshop | API-basierte Integration bevorzugen |

| Lager / Logistik | Echtzeit-Anforderungen beachten |

| Produktionssteuerung | Latenz und Ausfallsicherheit kritisch |

Typischer Zeitplan

| Phase | Dauer | Aktivitäten |

|---|---|---|

| Analyse | 4–6 Wochen | Ist-Aufnahme, Anforderungen, Konzept |

| Proof of Concept | 4–8 Wochen | Testmigration, Performance-Tests |

| Migration | 8–16 Wochen | Schrittweise Umsetzung |

| Parallelbetrieb | 4–8 Wochen | Altes und neues System parallel |

| Go-Live | 1–2 Wochen | Umschaltung, Schulung |

Fazit

Die ERP-Migration in die Cloud ist ein **strategisches Projekt**, kein reines IT-Thema. Planen Sie ausreichend Zeit ein, involvieren Sie die Fachabteilungen frühzeitig und gehen Sie schrittweise vor. Der Aufwand lohnt sich: Ein Cloud-ERP macht Ihr Unternehmen **flexibler, sicherer und zukunftsfähig**.

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