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Electron vs. Tauri: Desktop-Apps mit Webtechnologien

·7 Min. Lesezeit

Desktop-Apps mit Webtechnologien

Viele erfolgreiche Desktop-Anwendungen werden heute mit **Webtechnologien** gebaut: VS Code, Slack, Discord, Figma, Notion – sie alle basieren auf HTML, CSS und JavaScript. Die zwei führenden Frameworks dafür sind **Electron** und der aufstrebende Herausforderer **Tauri**.

Electron: Der etablierte Standard

Electron wurde 2013 von GitHub entwickelt und kombiniert **Chromium** (der Browser-Engine hinter Chrome) mit **Node.js**. Jede Electron-App ist im Grunde ein vollständiger Chrome-Browser mit Ihrer Webanwendung darin.

Stärken von Electron

Riesiges Ökosystem:: Tausende Plugins, Tutorials und Community-Ressourcen
Bewährt:: VS Code, Slack, Discord beweisen die Produktionsreife
Einfacher Einstieg:: Jeder Webentwickler kann sofort loslegen
Cross-Platform:: Windows, macOS und Linux aus einer Codebasis

Schwächen von Electron

Speicherverbrauch:: Jede App bringt einen eigenen Chrome-Browser mit (150–300 MB RAM)
Installationsgröße:: Minimum 80–150 MB pro App
Startzeit:: Spürbar langsamer als native Anwendungen
Native Feeling:: Fühlt sich trotz Optimierungen nicht ganz nativ an

Tauri: Der schlanke Herausforderer

Tauri nutzt die **systemeigene WebView** (WebKit auf macOS, WebView2 auf Windows) statt einen eigenen Browser mitzuliefern. Das Backend wird in **Rust** geschrieben – einer Sprache, die für ihre Performance und Sicherheit bekannt ist.

Stärken von Tauri

Winzige Installationsgröße:: 2–10 MB statt 150 MB
Geringer Speicherverbrauch:: 30–80 MB statt 200+ MB
Schnelle Startzeit:: Fast sofort, wie eine native App
Sicherheit:: Rust-Backend eliminiert ganze Klassen von Sicherheitslücken
Tauri v2:: Unterstützt jetzt auch **Mobile** (iOS und Android)

Schwächen von Tauri

Jüngeres Ökosystem:: Weniger Plugins und Community-Ressourcen als Electron
WebView-Unterschiede:: Die systemeigene WebView verhält sich auf Windows, macOS und Linux leicht unterschiedlich
Rust-Kenntnisse:: Für das Backend sind Grundkenntnisse in Rust hilfreich
Node.js nicht direkt verfügbar:: Node.js-Pakete müssen durch Rust-Äquivalente ersetzt oder über Sidecar-Prozesse eingebunden werden

Der direkte Vergleich

| Kriterium | Electron | Tauri |

|---|---|---|

| App-Größe | 80–150 MB | 2–10 MB |

| RAM-Verbrauch | 150–300 MB | 30–80 MB |

| Backend-Sprache | JavaScript/Node.js | Rust |

| Frontend | Beliebig (React, Vue, etc.) | Beliebig (React, Vue, etc.) |

| Mobile-Support | Nein | Ja (ab Tauri v2) |

| Auto-Updater | Ja | Ja |

| Reife | Sehr hoch | Gut und wachsend |

**Faustregel:** Wählen Sie Electron, wenn Ihr Team JavaScript/Node.js beherrscht und ein ausgereiftes Ökosystem braucht. Wählen Sie Tauri, wenn Performance, Dateigröße und Sicherheit Priorität haben.

Wann welches Framework?

Electron wählen, wenn:

Ihr Team bereits Electron-Erfahrung hat
Sie Node.js-Pakete intensiv nutzen
Das Ökosystem und die Community-Größe wichtig sind

Tauri wählen, wenn:

Installationsgröße und RAM-Verbrauch eine Rolle spielen
Sie eine mobile Version planen
Sicherheit besonders wichtig ist
Sie ein neues Projekt starten und keine Legacy-Abhängigkeiten haben

Fazit

Tauri hat sich als **ernsthafte Alternative** zu Electron etabliert. Für neue Projekte empfehlen wir, Tauri zu evaluieren – die Vorteile bei Performance und Größe sind beeindruckend. Electron bleibt eine solide Wahl für bestehende Projekte und Teams, die das Node.js-Ökosystem voll ausschöpfen wollen.

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