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AI-Assisted Development: GitHub Copilot und Cursor im Praxistest

·8 Min. Lesezeit

KI als Entwicklungspartner

Künstliche Intelligenz verändert die Softwareentwicklung grundlegend. Tools wie **GitHub Copilot** und **Cursor** sind keine Spielerei mehr, sondern fester Bestandteil professioneller Entwicklungsworkflows. Wir haben beide Tools über mehrere Monate im Tagesgeschäft eingesetzt und teilen unsere Erfahrungen.

GitHub Copilot

Was es ist

GitHub Copilot ist ein **KI-Assistent**, der direkt in Editoren wie VS Code integriert wird. Basierend auf OpenAI-Modellen bietet er Code-Vervollständigung, Inline-Vorschläge und einen Chat-Modus.

Stärken im Praxiseinsatz

Inline-Vorschläge: sind häufig erstaunlich gut und sparen viel Tipparbeit
Copilot Chat: beantwortet Fragen zum aktuellen Code kontextbezogen
Integration mit dem **gesamten GitHub-Ökosystem** (Pull Requests, Issues)
Copilot Workspace: für automatisierte Bugfixes und Feature-Implementierung

Schwächen

Vorschläge können **subtile Fehler** enthalten, die ohne genaues Hinsehen übernommen werden
Bei komplexer Business-Logik oft nicht hilfreich
Der Kontext ist auf die aktuelle Datei und wenige benachbarte Dateien begrenzt
Datenschutzbedenken:: Code wird an OpenAI-Server gesendet (Business-Version mit Datenschutz verfügbar)

Cursor

Was es ist

Cursor ist ein **eigenständiger Code-Editor** (Fork von VS Code), der KI tief in jeden Aspekt der Entwicklung integriert. Es nutzt verschiedene Modelle (Claude, GPT-4, etc.) und bietet eine einzigartige **Codebase-Awareness**.

Stärken im Praxiseinsatz

Codebase-Indexierung:: Cursor kennt Ihr gesamtes Projekt, nicht nur die aktuelle Datei
Multi-File-Editing:: KI kann Änderungen über mehrere Dateien hinweg vorschlagen und umsetzen
Agent-Modus:: Komplexe Aufgaben werden eigenständig in mehreren Schritten gelöst
Modelauswahl:: Sie können zwischen Claude, GPT-4 und anderen Modellen wechseln

Schwächen

Lernkurve:: Die vielen Features erfordern Einarbeitung
Kosten:: Die Pro-Version ist teurer als GitHub Copilot
VS Code Extensions:: Nicht alle VS Code Extensions funktionieren reibungslos
Gelegentliche Instabilität: bei großen Codebasen

Der Vergleich

| Kriterium | GitHub Copilot | Cursor |

|---|---|---|

| Preis | ~10 $/Monat | ~20 $/Monat |

| Editor | VS Code Plugin | Eigenständiger Editor |

| Inline-Completion | Sehr gut | Sehr gut |

| Multi-File-Editing | Eingeschränkt | Exzellent |

| Codebase-Awareness | Begrenzt | Umfassend |

| Agent-Modus | Copilot Workspace | Integriert |

| Modellauswahl | OpenAI | Mehrere (Claude, GPT-4 etc.) |

**Unser Fazit:** Copilot ist der bessere **Autopilot** – diskrete, schnelle Vorschläge beim Tippen. Cursor ist der bessere **Co-Pilot** – tiefes Verständnis des Projekts für komplexere Aufgaben.

Tipps für produktive KI-Nutzung

1. **Code immer reviewen** – KI-generierter Code kann subtile Bugs enthalten

2. **Gute Prompts schreiben** – je präziser die Anweisung, desto besser das Ergebnis

3. **Kleine Aufgaben delegieren** – Boilerplate, Tests, Refactoring eignen sich besonders gut

4. **Kritisch bleiben** – KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für Verständnis

5. **Security beachten** – keine Secrets in Prompts verwenden, Datenschutzrichtlinien prüfen

Auswirkungen auf die Branche

KI-Tools machen Entwickler **produktiver, nicht überflüssig**. Die Fähigkeit, gute Architekturentscheidungen zu treffen, Anforderungen zu verstehen und Code kritisch zu beurteilen, wird sogar wichtiger. Was sich ändert: **Routineaufgaben** werden automatisiert, und Entwickler können sich auf die wirklich anspruchsvollen Probleme konzentrieren.

Fazit

Beide Tools haben ihre Berechtigung. Für die meisten Teams empfehlen wir, mit **GitHub Copilot** zu starten und bei Bedarf **Cursor** für komplexere Aufgaben zu evaluieren. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern die Bereitschaft des Teams, KI als Werkzeug intelligent einzusetzen.

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